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Weiterentwicklung: Zeckenrisikokarte

Aktuelle Zeckenrisikokarte dank App-Rückmeldungen

Medienmitteilung vom 10. März 2016

Selbst für die Zecken war der Hochsommer 2015 zu heiss und zu trocken. Dafür waren sie im milden Frühwinter ungewöhnlich aktiv. Dies geht aus den bisherigen Ergebnissen der ZHAW-App «Zecke» hervor. Im ersten Betriebsjahr 2015 wurden über die Präventions-App 2071 Zeckenstiche gemeldet. Neu ist die kostenlose App auch als Android-Version verfügbar.

Seit März 2015 wurde die ZHAW-App als iOS-Version 26‘500 mal heruntergeladen. Die bisher weit über 2000 gemeldeten Zeckenstiche sind eine beachtliche Anzahl im Verhältnis zu den jährlich 20‘000 Arztkonsultationen wegen Zeckenstichen. Die Auswertung der ZHAW zeigt: Von Kopf bis Fuss haben Zecken an nahezu allen Körperstellen zugestochen. Mehr als die Hälfte, nämlich 58 Prozent der Stiche, betreffen den Unterkörper. Allein auf Ober-, Unterschenkel und Fussknöchel entfallen 37 Prozent der Stiche; auf den Bauch-, Leisten- und Genitalbereich 21 Prozent. Die über die App erhobenen Zahlen bestätigen bisherige Erfahrungswerte. Zecken können bei milder Witterung auch im Winter zustechen. So meldeten Benutzerinnen und Benutzer der App «Zecke» allein im November letzten Jahres 26 Zeckenstiche, und am Weihnachtstag folgte der letzte Eintrag im Jahr. Der ungewöhnlich milde Winter hat offenbar Einfluss auf die sonst übliche Winterstarre von Zecken.

App «Zecke» neu auch als Android-Version erhältlich

Die kostenlose Präventions-App «Zecke» wurde von der ZHAW in Wädenswil zusammen mit der Andreas Garzotto GmbH in Winterthur entwickelt und vorerst als iOS-Version zur Verfügung gestellt. Neu steht auch eine Android-Version zur Verfügung. Das erste Betriebsjahr zeigt, dass das mobile Tagebuch zur Überwachung von entdeckten Zeckenstichen intensiv genutzt wurde. Anonym über das Zeckentagebuch erfasste Zeckenstiche enthalten den geografischen Stichort und die Körperstichstelle. Die App erinnert anhand des Tagebucheintrags die betroffene Person nach fünf, zehn und 28 Tagen mit Borreliose-Symptombeschrieben an den Zeckenstich. Trifft ein beschriebenes Symptom auf den erfassten Zeckenstich zu, wird ein Arztbesuch zur raschen medizinischen Behandlung empfohlen.

«Citizen Science» funktioniert

Anonym übermittelte Zeckenstichdaten sind wertvolle Beiträge der App-User für die Weiterentwicklung der Gefahrenpotenzialkarte. Einerseits sind die realen Zeckenstichorte für andere App-User sichtbar, anderer­seits nutzen die Entwickler diese Rückmeldungen und verbessern die Gefahrenkarte. In diesem Fall gilt: je mehr gemeldete Zeckenstiche, desto besser. Mit der neu erhältlichen Android-Version und der Übersetzung auf Englisch wurde die mobile Zeckenprävention erweitert. Die Beiträge der App-User, in Form von Zeckentagbuch-Einträgen, sind ein erfolgreiches Beispiel angewandter Wissenschaft durch den Einbezug der Bevölkerung als «Citizen Science».

Entwickelt wurde die Präventions-App in der Forschungsgruppe Phytomedizin der ZHAW, mit Unterstützung des Bundesamts für Gesundheit, dem Amt für Gesundheit Liechtenstein, der Liga für Zeckenkranke Schweiz und dem Nationalen Referenzzentrum für zeckenübertragene Krankheiten in Spiez. Prof. Dr. Jürg Grunder und Werner Tischhauser vom ZHAW Spin-off «A&K Strategy GmbH» haben die Präventions-App «Zecke» für Android-Smartphones und -Tablets weiterentwickelt. Die App steht kostenlos in Deutsch, Französisch und neu in Englisch zur Verfügung.

Weitere Informationen unter: www.zhaw.ch/iunr/zecken

ZHAW-App «Zecke» Download-Links

Android (ab Version 4.0): http://play.google.com/store/apps/details?id=com.garzotto.zecke

iOS (ab Version 7.1) http://appstore.com/apps/Zecke

Fachkontakt Medien:

Werner Tischhauser, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Forschungsgruppe Phytomedizin, Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen, ZHAW, Wädenswil. 058 934 56 77, zecken.iunr@zhaw.ch

Medienstelle ZHAW, Wädenswil:

Cornelia Sidler, Media Relations Departement Life Sciences und Facility Management, ZHAW,  Wädenswil. 058 934 53 66, cornelia.sidler@zhaw.ch

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