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Registrierung und Unterschutzstellung

Das kulturelle Erbe ist wichtig für die Identität einer Gesellschaft. Möglichst ungeschmälerter Erhalt, Pflege und Schutz des vorhandenen Kulturguts sind bedeutende Aufgaben der öffentlichen Hand. Eine grosse Verantwortung liegt jedoch bei den Eigentümern. Sie sind in der Regel die besten Garanten für die Pflege und den Schutz ihrer Kulturgüter.

Das KGG baut dementsprechend auf dem Zusammenarbeitsprinzip auf. Dies bedeutet, dass nach Möglichkeit alle nach dem Gesetz erforderlichen Massnahmen einvernehmlich geregelt werden und zwar mittels öffentlich-rechtlichen Vertrages zwischen dem Eigentümer und dem Land. 

Registrierung von Kulturgut

Die Registrierung und Dokumentation von Kulturgütern stellt die zentrale Grundlage für zweckentsprechende und verhältnismässige Pflege- und Schutzmassnahmen dar. Sowohl für den Eigentümer als auch für das Amt für Kultur und die Allgemeinheit ist es wichtig, über das kulturelle Erbe so weitreichende Kenntnisse wie möglich zu haben, und zwar unabhängig davon, ob darüber hinaus besondere Schutzmassnahmen notwendig sind oder nicht. Schliesslich gibt es auch zahlreiche Kulturgüter, deren Bedeutung eine formelle Unterschutzstellung nicht rechtfertigt und für die es daher genügt, eine ausreichende Dokumentation zu erstellen.

In das Kulturgüterregister werden gemäss Kulturgütergesetz (KGG) aufgenommen:

  • alle Kulturgüter, die zum kulturellen Erbe Liechtensteins gehören, von nationaler Bedeutung sind und sich in Liechtenstein befinden; sowie
  • alle Kulturgüter im Sinne der völkerrechtlichen Verpflichtungen, sofern der Eigentümer die Aufnahme in das Kulturgüterregister beantragt; sowie
  • sonstige Kulturgüter, deren Registrierung vom Eigentümer beantragt und vom Amt für Kultur nach eingehender Prüfung befürwortet wird. 

Zur Erleichterung der Registrierung bzw. zur Entlastung des Kulturgüterregisters können Sammlungen, die aus mehreren Kulturgütern bestehen, mit Einverständnis des Eigentümers mit einer einzigen Eintragung ins Kulturgüterregister aufgenommen werden.

Primärer Zweck der Aufnahme eines Kulturguts in das Kulturgüterregister ist der Informations- und Dokumentationszweck. Mit der Aufnahme des Kulturguts in das Kulturgüterregister entsteht für den Eigentümer die Verpflichtung, dem Amt für Kultur alle beabsichtigten Veränderungen am registrierten Kulturgut mindestens 14 Tage im Voraus zur Kenntnis zu bringen bzw. Veränderungen, die ohne sein Zutun eingetreten sind, dem Amt für Kultur unverzüglich zu melden.

Unterschutzstellung von Kulturgut

Die Unterschutzstellung von Kulturgütern bezweckt zweierlei: einerseits deren längerfristigen und möglichst unbeeinträchtigten Erhalt für die Nachwelt zu bewahren und andererseits die Zweckbestimmung von nach dem KGG ausgerichteten finanziellen Beiträgen zu sichern. Damit ein Kulturgut unter Schutz gestellt werden kann – einvernehmlich oder bei Bedarf zwangsweise – ist es erforderlich, dass das Kulturgut bereits im Kulturgüterregister als regisitriertes Kulturgut eingetragen ist oder gleichzeitig mit der Unterschutzstellung ins Kulturgüterregister aufgenommen wird. Es erfolgt zudem eine entsprechende Anmerkung im Grundbuch als öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung. 

Sind Kulturgüter unter Schutz gestellt, so sind alle Veränderungen nicht nur – wie bei registrierten Kulturgütern – meldepflichtig, sondern bedürfen einer Genehmigung des Amtes für Kultur. Die Genehmigung ist mindestens vier Wochen vor Durchführung der beabsichtigten Veränderung beim Amt für Kultur zu beantragen. 

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Balzers: Alter Pfarrhof - heute Kulturhaus (Foto: Amt für Kultur)

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