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Amt für Auswärtige Angelegenheiten
23.12.2021

Spielbasiertes Lernen für binnenvertriebene Kinder in Mali

Mali ist ein von vielen Konflikten geprägtes Land und gehört zu den am wenigsten entwickelten Staaten der Welt. Der Staat ist vor allem in den zentralen und nördlichen Regionen nicht in der Lage, grundlegende Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken, dazu zählt auch der Zugang zur Grundschulbildung. Durch die Instabilität gibt es im Land eine grosse Zahl an Binnenvertriebenen. Derzeit werden mehr als 400‘000 Binnenvertriebene gezählt. Rund die Hälfte davon befindet sich in der Region „Ségou“. Darunter sind auch viele Kinder, welche derzeit keinerlei Zugang zu Bildung haben. 95 Schulen in der Region sind aktuell geschlossen, womit mehr als 28‘000 Kinder nicht in die Grundschule gehen können. Diese Kinder haben ein sehr hohes Risiko, (sexuell) ausgebeutet oder als Kindersoldaten rekrutiert zu werden.

Diesem Umstand begegnet ein Bildungsprojekt der Organisation „Right to Play“, welches von Liechtenstein mit 100‘000 Franken unterstützt wird. Im Rahmen des Projektes wird „Right to Play“ 30 Schulen und 10 Gemeinschaftszentren in der Region Ségou instand stellen und eine geschützte, kinderfreundliche Umgebung gestalten. 180 Lehrpersonen und 30 Coaches werden in der „play-based-learning“-Methode ausgebildet. Diese Lehrmethode eignet sich besonders gut, um traumatisierte Kinder zu integrieren, wie auch um soziale Spannung zwischen Einheimischen und Vertriebenen abzubauen.

Insgesamt sollen durch diese Massnahmen mehr als 10‘000 binnenvertriebene und einheimische Kinder Zugang zu qualitativ hochwertiger und auf dem Spielen basierter Grundschulbildung erhalten. Ziel ist, dass 60 % dieser Kinder ausreichend Kompetenzen erwerben, um eine Sekundarschule besuchen zu können. Damit kann ein Beitrag zur Reduktion des Ausbeutungsrisikos von Kindern in Mali geleistet und den betroffenen Kindern bessere Zukunftsperspektiven eröffnet werden.